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Fischer-Dieskaus Karriere als Sänger begann 1947, als
er in Badenweiler ohne Probe für einen erkrankten Solisten
im "Deutschen Requiem" von Brahms einsprang. Im Herbst
1947 gab Fischer-Dieskau seinen ersten Liederabend in Leipzig,
schon wenig später trat er höchst erfolgreich im Berliner
Titania-Palast auf. Im Herbst 1948 verpflichtete man ihn als
ersten lyrischen Bariton an die Städtische Oper Berlin.
Gastspielverträge führten Fischer-Dieskau an die Wiener
und an die Münchener Staatsoper. Ab 1949 kamen Auslandsgastspiele
in England, Holland, in der Schweiz, Frankreich und Italien hinzu.
1952 sang Fischer-Dieskau erstmals bei den Edinburgher Festspielen.
Ab 1954 war er ständiger Gast in Bayreuth, ab 1956 in Salzburg
(dort hatte er 1954 mit Mahlers "Lieder eines fahrenden
Gesellen" unter Furtwängler debutiert). Die Kritiker
rühmten immer wieder die verantwortungsbewußte Akribie
seiner Interpretationskunst und die enorme stimmliche Schattierungsfähigkeit.
Der Opernsänger Fischer-Dieskau sang bevorzugt an der
Deutschen Oper Berlin und am Münchener Nationaltheater.
Er gastierte an der Wiener Staatsoper, an der Londoner Covent
Garden Opera, der Hamburger Staatsoper und während der Edinburgher
Festspiele im Kings Theatre. 1954 erst USA Tournee mit Liederabenden
und Konzerten, sein erstes Auftreten in der New Yorker Carnegie
Hall fand 1964 statt.
"Pionierdienste" leistete er u.a. für Hans
Werner Henze, Winfried Zillig, Gottfried von Einem und Aribert
Reimann. Als "bester Liedersänger der Welt" (Times)
füllte Fischer-Dieskau bis Ende 1992 fast selbstverständlich
die Konzertsäle. Bleibende Maßstäbe setzte er
mit der jedes Wort artikulierenden Genauigkeit seines Vortrags,
in dem Text und Musik gleichberechtigt nebeneinandergestellt
waren. Unendlich viel tat er für die Verbreitung des hauptsächlich
romantischen Klavierliedes. Als Schubert-Gestalter meistbewundert,
hat Fischer-Dieskau nach Joachim Kaisers Meinung (SZ, 22.7.1991)
eigentlich nur einen wirklich gefährlichen Konkurrenten
gehabt, nämlich sich selbst - wie er im Laufe der Jahrzehnte
neue Standards gesetzt, neue Wege gesucht, ungeahnte Seelenbewegungen
dargestellt hat.
Mit Beginn des Jahres 1993 stellte Fischer-Dieskau nach mehr
als 45 Jahren seine Konzerttätigkeit ein. Am 31.Dezember
1992 verabschiedete sich Fischer-Dieskau (heimlich) vom öffentlichen
Gesang. Er ist seither als Lehrer, Dirigent, Rezitator und Buchautor
viel beschäftigt. |